Windows 10 nur kostenlos ein Erfolg?

Ab dem 2. August beginnt eine spannende Zeit für Microsoft. Dann wird es sich zeigen, ob Kunden auch weiterhin auf den neusten Coup des IT-Riesen aus Redmond setzen werden: Windows 10.

Bisher war es so, dass Microsoft sein neues Betriebssystem kostenlos für alle die zum Download anbot, die bereits einen Rechner mit Windows 7- oder 8 besitzen. Ab Anfang August wird sich das ändern. Dann stellt Microsoft die Distribution um: von kostenlos auf kostenpflichtig. Für den Marktführer bedeutet das zittern, denn die Upgrade-Zahlen müssen mindestens aufrecht erhalten werden, um Verluste mit dem Ladenhüter Windows-Phone und den sich erst langsam ans iPad ran schleichenden Surface-Tablets ausgleichen zu können.

Doch nun besteht die Frage, ob die Kunden wirklich 120 Dollar für das ausgeben, was sie 1 Jahr hätten kostenlos bekommen können. Windows 10 läuft bereits auf den Rechnern von über 350 Millionen Kunden, doch der Anspruch an das Betriebssystem seitens des Konzerns ist hoch: Bis 2018 will Microsoft-Chef Satya Nadella 1 Milliarde Geräte damit ausgestattet haben.

Zum Jahrestag von Windows 10, Anfang August, wird eine Jubiläums-Edition erscheinen, die mit dem neuen Browser „Edge“ und einem verbesserten Windows Defender lockt. Das soll vor allem Kunden ansprechen, auf deren Rechnern immer noch Windows XP- oder 7 läuft, welche durch mangelnde Updates einfach zu risikoreich werden. Auch Windows Ink ist eine neue Funktion mit der man kinderleicht Notizzettel erstellen können soll.

Kommt demnächst das Einweg-Handy?

Wie viel, meint ihr, kostet das zurzeit günstigste Smartphone auf dem Markt? 70 Euro? 50 Euro? In Deutschland vielleicht schon, in Indien hingegen soll jetzt ein Smartphone den Markt erobern, was umgerechnet gerade einmal 3,28€ kosten soll!

Das Billig-Handy der indischen Firma Ringing-Bells wird zum Dumping-Preis angeboten – doch kann es sich auch langfristig gegen die Konkurrenz behaupten? Oder blüht dem Produkt das gleiche Schicksal wie dem Billig-Auto Tata Nano, was vom indischen Volk nie wirklich angenommen wurde? Die Features klingen für diesen Spottpreis zumindest erstmal vielversprechend: Das Gerät soll über einen 4-Zoll-Bildschirm, sowie zwei Kameras verfügen. Als Betriebssystem kommt Googles Android zum Einsatz.

Doch auch, wenn Indien den zweitgrößten Smartphone-Markt weltweit hat, setzen indische Mobiltelefon-Kunden nach wie vor auf herkömmliche Handys. Oder in Zahlen ausgedrückt: Nur etwa 220 Millionen der 1,3 Milliarden Inder besitzen ein Smartphone bzw. können sich eines leisten.

Aber gerade dieser Aspekt würde dem Geschäftsmodell doch zu Gute kommen oder nicht? Das kann man so leider pauschal nicht sagen, denn auch für das günstigste Auto der Welt Tata Nano galten ähnliche Perspektiven. Das Projekt scheiterte dann letztendlich daran, dass viele Inder einen Bogen um das Fahrzeug machten, weil es mit einem richtigen Auto wenig gemeinsam hat. Sicherheit im Straßenverkehr war nämlich genauso wenig gegeben, wie Qualität und auch die Motorisierung konnte alles andere als überzeugen. Das muss zwar für Indiens billigstes Mobiltelefon langfristig nichts heißen, doch ist das Qualitätsbewusstsein mittlerweile auch in einem Schwellenland wie Indien angekommen. So sparen viele Inder lieber auf ein qualitativ hochwertiges Produkt renommierter Hersteller, um sich nicht so schnell wieder ein neues kaufen zu müssen.

Wer also denkt eine ärmere Bevölkerung kauft zwangsläufig nur das billigste vom billigsten der hat sich geirrt – dann lieber so lange sparen bis man sich eines mit einem ganz besonderen Feature leisten kann: Qualität.